
Nach turbulenter Phase: Neuer Meilenstein bei Heidelberg Pharma
Positive Signale aus einer Partnerschaft mit Takeda lassen bei Heidelberg Pharma den Rückschlag aus einem nicht wie geplant erhaltenen Meilenstein von Telix etwas in den Hintergrund treten. Dennoch ist das Unternehmen kräftig durchgeschüttelt worden und hofft nun auf ruhigere Gewässer, um die klinische Entwicklung konzentriert voranbringen zu können.
Personalabbau, Restrukturierung, verengter Fokus auf die Wirkstoffpipeline … und ein neuer CEO, da man dem vorherigen anlastete, dass ein eingeplanter Meilenstein aus einer Diagnostikpartnerschaft sich stark verzögerte. Das war alles andere als eine friedlich-ruhige Vorweihnachtszeit in Ladenburg nahe Heidelberg. Nach turbulenten Monaten zeichnet sich nun bei Heidelberg Pharma ein Hoffnungsschimmer ab. Noch kurz vor Weihnachten hatte der neu bestellte Vorstandsvorsitzende Dr. Dongzhou Jeffery Liu die Aktionäre auf harte Einschnitte eingeschworen: die verzögerte Meilensteinzahlung und damit die zentrale Frage der Finanzierung prägten das Bild.
Meilenstein von Partner Takeda
Nun gibt es ein positives Signal aus der Partnerschaft mit Takeda. Der japanische Pharmakonzern hat im Rahmen der bestehenden Lizenzvereinbarung eine Meilensteinzahlung an Heidelberg Pharma geleistet, ausgelöst durch den Start einer klinischen Phase I/II-Studie mit einem auf der ATAC-Technologie basierenden ADC-Kandidaten. Finanzielle Details wurden zwar nicht genannt, doch die Zahlung unterstreicht die operativen Fortschritte jenseits der eigenen Pipeline. Dieser Meilenstein darf jedoch nicht verwechselt werden mit dem, der von der australischen Firma Telix erwartet wurde und weiter erwartet wird und der im Falle der FDA-Zulassung der Nierenkarzinom-Diagnostik, die ursprünglich von der Münchner Wilex AG stammte, wohl auch in einem höheren Bereich angesiedelt sein dürfte als aus der frühen Entwicklungsphase mit Takeda. Heidelberg Pharma musste sich jedoch erst Zugang zu besseren Informationen über die Verzögerungen und den Status von TLX250-CDx bei Telix verschaffen, ja regelrecht einfordern. Diese Kommunikation unter Partnern sei nun verbessert worden.
Das Licht am Horizont wird für Heidelberg Pharma damit wieder sichtbarer und könnte die tiefhängenden Wolken der vermiesten Weihnachtsstimmung vergessen machen. Somit befinden sich inzwischen drei ATAC-basierte Kandidaten in der klinischen Entwicklung – zwei eigene Programme von Heidelberg Pharma und eines bei einem starken Partner. Die Dosierung von Patienten mit dem ADC und einem Toxin aus dem Grünen Knollenblätterpilz verlief äußerts vielversprechend, da man ohne gravierende Nebenwirkungen zu recht hohen Konzentrationen kommen konnte und neben gutem Ansprechen auch schon vollständige Remissionen bei immerhin zwei von vier Patienten gesehen hat.
Für das Unternehmen ist die Rückmeldung von Takeda mehr als nur ein finanzieller Zufluss: Es ist ein wichtiges externes Vertrauenssignal in eine Technologie, die nach schwierigen Monaten wieder Boden unter die Füße zu bekommen scheint.


Tubulis
Jean Jaques Schaffner / Basel Area Business & Innovation
Pharvaris Holdings B.V.